Double-Loop-Learning ist eine der Methoden, die unglaublich einfach und selbstverständlich klingen. Bis man versucht sie zu implementieren. Warum lohnt es sich?

Double-Loop-Learning ist kein neues Konzept: 1974 haben Argyris und Schön es vorgestellt. Seit dem taucht der Begriff in vielen BWL-Büchern und in so manchem Studium auf. Die grundlegende Idee ist, dass man nicht nur innerhalb eines Prozesses lernen kann, sondern auch den Prozess und die ihm zugrunde liegenden Annahmen zum Lernobjekt macht. So ergeben sich höher geordnete Lerneffekte, die sich aber auf die erste Ebene auswirken. Double-Loop-Learning ist deshalb insbesondere in sich häufig oder schnell verändernden Umgebungen wichtig.

Alter Wein braucht neuen Schlauch

Das beschreibt heutzutage quasi jeden Bereich in Unternehmen. Um dieser Anforderung zu begegnen, führen Unternehmen oft Scrum und KanBan in einer verallgemeinerten Variante auch außerhalb der Softwareentwicklung ein. Beide Methoden können (richtig angewandt) eine Double-Loop-Schleife für die tägliche Arbeit sein. Warum das nicht ausreicht? Es fehlt ein Verbindungsglied zur strategischen Ebene.

Es lohnt daher, sich mit Objectives and Key Results beschäftigen. Da ich OKRs schon vorgestellt habe, hier nur ein kurzer Abriss: OKRs sind eine Methode, um strategische Ziele fokussiert zu verfolgen. Meine Erkenntnis war, dass durch die Anwendung der Methode ein weiterer Mehrwert entsteht: Sie bietet für die Anwender einen Anlass, strukturiert zu reflektieren und das Gelernte direkt in die nächste Planung zu übertragen. Double-Loop-Learning also, aber zwischen den Ebenen Strategie und Taktik, nicht nur Taktik und Alltag.

Full Stack Learning

Mit dem Fokus auf Double-Loop-Learning sind das vielversprechende Methoden mit der Herausforderung, sie richtig und nachhaltig zu implementiert werden müssen. Mit den Puzzleteilen Strategie, OKRs und (taktischen) agilen Methoden bilden sie ein zusammenhängendes System. Man kann beinahe von einem Stack sprechen – womit sich der Kreis zur Softwareentwicklung schließt.

Das ist ein großer Schritt auf dem Weg zur lernenden Organisation. Er hilft, jeden Aspekt und jeden Vorgang in einem modernen, lernenden Unternehmen regelmäßig zu prüfen. Auf diesem Weg bleibt das Unternehmen agil und kann den Bedarf für Veränderungen direkt an seiner Quelle erkennen und bedienen. 

Leuchtet euch das ein? Seht ihr Möglichkeiten, Double Loop Learning bei euch zu implementieren? Schreibt mir und lasst es mich wissen, ich bin gespannt!

Mit Double-Loop-Learning Veränderung beschleunigen
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