Ein Ziel, drei Ergebnisse und ein Chatbot

In einem Projekt brauchte ich eine Methode, um bei der Produktentwicklung eines Chatbots die Ziele im Blick zu behalten. Die Lösung war Objectives and Key Results, ein logischer Schritt als Fortführung der Strategieentwicklung. Nur in Deutschland scheint die Methode kaum bekannt. Mehr lesen

Nie ohne Strategie

Ob es um erste Schritte in das digitale Zeitalter geht, oder ob andere Veränderungen anstehen: Ohne eine Strategie tappt jedes Unternehmen im Dunkeln, verschwendet Zeit und Geld. Das kann sich kein Unternehmen auf Dauer leisten. Welche Gefahr geht von einer fehlenden oder nicht funktionierenden Strategie aus, wie wirkt eine Strategie und welche Vorteile hat eine Strategieentwicklung? Darum geht es in diesem Post. Mehr lesen

Holacracy – das Versprechen vom Kochrezept für agile Unternehmen

Auf dem Barcamp Hamburg 2016 habe ich zum ersten Mal von Holacracy gehört. Holacracy ist ein innovatives, aber für mich etwas schwer verdauliches Organisationsmodell, dass eparo implementiert hat und auf dem Barcamp präsentierte. Letzte Woche gab es bei eparo einen Schreibtischplatz und Neuigkeiten zur Adaption von Holacracy -eine gute Gelegenheit für eine kurze Vorstellung! Mehr lesen

Das unentdeckte Land

Mit dem neuen Jahr beginne ich beruflich ein neues Kapitel: Ab dem 01.01.2017 bin ich ein selbstständiger Berater.

Mir steht nun eine spannende Zeit bevor: Neue Kunden, neue Aufgaben, neue Kollegen – aber nicht nur, hoffe ich. Was ich mache, habe ich auf dieser Webseite beschreiben, aber ganz knapp kann man sagen:

Beratung für die digitale Transformation und andere Veränderungen

Der Blog wird natürlich regelmäßig befüllt – neben fachlichem Input auch mit Berichten zu meinen neuen Erfahrungen. Außerdem gibt es einen Newsletter, für den man sich auf der linken Seite anmelden kann. Bis dahin freue ich mich, von Ihnen und euch zu hören.

Schöne Grüße und eine schöne Winterzeit!

Martin

Was war noch gleich eine digitale Transformation?

Als ich dieses Blog eingerichtet habe, hatte sich das Konzept Digitale Transformation noch nicht durchgesetzt – es ging noch um Enterprise 2.0 und Social Collaboration. Nun ist die Digitale Transformation auf jeder Tagesordnung – eine gute Gelegenheit, eine Beschreibung zu liefern..

Das Verständnis der Veränderung von Unternehmen durch die Digitalisierung ist über die Zeit gereift und mit diesem ihr Name: Nun nennt man diesen Schritt der Organisationsentwicklung digitale Transformation. In meinen ersten Beiträgen aus 2014 kam der Begriff nicht vor, aber viele Bausteine finden sich wieder.

Durch das eintretende Verständnis unserer vernetzten Welt beginnt ein Umdenken über unsere Arbeitsweise, die angewandten Methoden und Führung. Als Folge soll „digitales Denken“, Vernetzung und Agilität in Unternehmen Einzug erhalten. Das bedeutet in der Regel, dass es eine Kulturveränderung geben muss, die eine Umstellung auf agiles Arbeiten und digitale Geschäftsmodelle ermöglicht. Dabei gibt es immer eine IT-Komponente, damit neben den räumlichen auch die virtuell verfügbaren Werkzeuge zur effektiven und vernetzten Zusammenarbeit bereit gestellt werden. Die menschliche Komponente ist aber wesentlicher: Lernen und Umlernen über Arbeit, Kommunikation und Selbstorganisation bedingen den Erfolg von Unternehmen immer stärker.

Der Umfang dieser notwendigen Veränderung ist in einem Blogeintrag schwer zu fassen, denn sie betrifft immer ein gesamte Unternehmen mit all seinen Teilen. Mit einer Start-Up-Simulation im konzerneigenen Inkubator ist so wenig bewirkt wie der Einführung neuer Werkzeuge und Methoden ohne einen sinnigen Gesamtzusammenhang.

Die Herausforderung einer digitalen Transformation besteht in der kontinuierlichen und systematischen Modernisierung, die aus der Koordination von organisatorischen, personellen und technologischen Weiterentwicklungen besteht. Keine kleine Herausforderung also.

(Absichts)Erklärung

Hallo zusammen,

Der erste Beitrag dieses Blogs kommt etwas trocken und akademisch daher, weil ich es für eine gute Idee hielt, erstmal Begriff und Absicht zu erklären. Die Erklärung der Umstände hielt ich für einen Text, den man gut nachreichen könne – und da sind wir nun.

Woher kommt dieses Konzept? Wer mich schon kennt, hat vielleicht mitbekommen, dass ich mich seit über einem Jahr auch in Vollzeit meiner Absichtserklärung „Verbesserung von Zusammenarbeit in Systemen aus vernetzten Menschen und Maschinen“ nachgehe.
Das liest sich etwas sperrig. Die Wirtschaft spricht sowieso lieber von Collaboration, Enterprise 2.0 oder Social Business. Im Gespräch mit Kollegen stellte sich vor ein paar Wochen mal wieder die Frage: „Was machen wir eigentlich? Was bringen wir für den Kunden?“ 

Und die Antwort, auch, wenn wir sie im Endeffekt alle anders formulieren und begründen würden, war eben: vernetztes Arbeiten.
Das klingt recht übersichtlich, ist aber ziemlich vielseitiges Konzept. Mit einer Softwarebereitstellung oder einer Schulungsinitiative ist da kaum etwas erreicht. Strategie, Kultur und der Nutzen für eine Organisation sind nicht weniger Teil der Gleichung als das Verständnis von Menschen für die Notwendigkeit der Veränderung der Weise, wie wir eigentlich arbeiten.

Notwendigkeit ist überhaupt das Stichwort: Je größer eine Organisation, desto wahrscheinlicher ist, dass sie nicht mehr ganz jung ist und ihre Strukturen zum großen Teil gewuchert sind. Daraus ergibt sich, dass eine Veränderung nötig ist, um ein zunehmend schneller und komplexer werdendes Umfeld bewältigen zu können.

Aber auch das innovativste Start Up hat vielleicht nicht das Händchen oder die Zeit, die eigene Strategie und Kultur mit den richtigen Werkzeugen zu kombinieren, um das eigene Potential auszuschöpfen.

In jedem Fall sind eigentlich alle Puzzleteile da und liegen bereit, trotzdem stellt sich die Zufriedenheit in kaum einer Organisation ein. Daraus ergibt sich für mich die Notwendigkeit, über vernetztes Arbeiten und die verschiedenen Wege dahin etwas nachzudenken. Und das nicht öffentlich zu tun, würde schon zeigen, das man auf dem völlig falschen Weg ist…

Ich würde mich freuen, wenn jemand dabei mitmachen möchte. Das neue Blog hat viele Platz für Autoren, Gastautoren und Kommentare. Und natürlich Leser.

Willkommen auf der Reise :)

Vernetztes Arbeiten

Der Begriff „vernetztes Arbeiten“ beschreibt bewusste oder unbewusste Anwendung von Arbeitsprinzipien, die sich im Internetzeitalter bewährt haben und aus emergenten Dynamiken des Internets gelernt wurden. Weitestgehend sind diese Prinzipien und Erkenntnisse aber nicht neu.

Strukturen und Personen

Vernetztes Arbeiten schafft sich Bedingungen und Effekte auf Dauer selbst. Um Wirkungszusammenhänge zu betrachten, ist das Verständnis von Organisationen als Systeme sinnvoll, die sich ständig anpassen und in denen sich aufgabenbezogen Cluster bilden. Diese Anpassung kann ein Aufteilen, Erweitern und Verkleinern des Systems bedeuten. Entsprechend sind die Grenzen von Organisationen verstärkt fließend.

Feste Rollen gibt es innerhalb eines solchen Systems nicht, da sich durch die eigenverantwortliche Auswahl von Aufgaben die Rolle einer Person im System ständig ändern kann. In Folge verteilen sich Fähigkeiten und Verantwortungen redundant und schaffen eine dezentrale Struktur, womit „Single Points of Failure“ abgebaut werden. Als Folge wird das System wesentlich robuster gegenüber Störungen. Dieses Prinzip nennt man Resilienz.

Hierarchien bilden sich nach Bedarf und bestehen nicht dauerhaft. Das Ansehen von Personen innerhalb der sich bildenden Gruppe und die mit der Person assoziierten Fähigkeiten sind dafür ausschlaggebend. Dies ist möglich, da sich Personen innerhalb des Systems selbst verwalten. Sie sind ihren Kollegen Rechenschaft schuldig.

Als Folge sind Personen wesentlich motivierter, da sie selbstbestimmt ihrer intrinsischen Motivation folgen können. Soziale Effekte, wie die Anerkennung durch ihre Kollegen, bilden systemeigene Motivationsquellen. Entsprechend sinken belastungsbedingte Krankheitskosten und Ausfälle.

Von Personen fordert das System die Bereitschaft zur Kollaboration mit anderen Personen innerhalb und außerhalb des Systems zur Verfolgung der gemeinsamen Ziele des Systems, die die persönlichen Ziele einzelner Personen im System abdecken. Regeln für die gemeinsame Arbeit innerhalb des Systems und seiner Cluster müssen zwischen den beteiligten Personen ständig ausgehandelt, gepflegt und erweitert werden.

Komplexität und Kommunikation

Das System passt sich der Komplexität von Anforderungen aus seiner Umwelt ständig selbst an, indem es intern eine entsprechende Komplexität bildet. Dazu ist es nötig, dass Personen im System ihre Belastung und ihre Informationen ständig kommunizieren, was durch die Übernahme von weniger Aufgaben oder der nicht-Übernahme von Aufgaben geschehen kann.

Kommunikation ist der zentrale Aspekt von vernetztem Arbeiten. Damit die Organisation erfolgreich sein kann, ist es notwendig, dass Mitarbeiter regelmäßig mit anderen Mitarbeitern und innerhalb der Organisationsöffentlichkeit kommunizieren, um Adaptionsprozesse auszulösen.

Technologie

Vernetztes Arbeiten ist ohne moderne Technologie denkbar, aber für wettbewerbsfähige Unternehmen nicht möglich. Unter den Begriffen Collaboration und Social Business werden Technologien verbreitet, die vernetztes Arbeiten in hoher Geschwindigkeit und über große Mengen von Personen hinweg ermöglicht.

Zentrale Kommunikationsplattformen für ortsunabhängige und zeitentkoppelte Kommunikation, Echtzeitkommunikation, Wissensmanagement und -verwaltung ermöglichen die Vernetzung und Kommunikation innerhalb von Organisationen ohne große Zeitverluste und in nachvollziehbarer Weise.

Erst diese Technologien und ihre Anwendung ermöglicht ein effizientes und frustfreies Zusammenarbeiten in Organisationen unter Wettbewerbsbedingungen. Die Technologie besteht neben Hardware und Software auch aus Fähigkeiten zu deren Nutzung und Selbstverwaltung. Vernetztes Arbeiten ist somit eine integrierte Strategie bestehend aus Technologie und Fähigkeiten, jeweils auf technischer und sozialer Ebene.